Niedersachsen: Kopftuchurteil – Lehrerin erhält keinen Schadensersatz

Das Verwaltungsgericht Osnabrück hat die Klage einer Lehrerin, die mit Kopftuch unterrichten wollte, auf Entschädigung wegen religiöser Diskriminierung gegen die Niedersächsische Landesschulbehörde abgewiesen. (Aktenzeichen beim VG Osnabrück: 3 A 24/16)

Bei der Klage ging es um einen Fall von 2013: Die Lehrerin hatte zunächst von der Landesschulbehörde eine Einstellungszusage für eine Schule im Raum Osnabrück bekommen. Als bekannt wurde, dass sie in der Schule ein Kopftuch tragen wollte, zog die Behörde ihre Zusage zurück.

Das Gericht erklärte nun, der Anspruch auf Entschädigung sei schon deshalb zu verneinen, weil die Schulbehörde die Frau nicht „wegen ihrer Religion“ benachteiligt habe. Die Behörde habe sich auf eine gesetzliche Grundlage im Landesschulgesetz gestützt, die alle Bewerber gleich behandle und sämtliche religiösen und weltanschaulichen Symbole verbiete. Damit habe die Behörde in Hinblick auf die staatliche Neutralitätspflicht richtig gehandelt.

Die Behörde hatte sich damals auf Paragraf 51 des niedersächsischen Schulgesetzes bezogen. Darin steht, das „äußere Erscheinungsbild“ von Lehrern dürfe, „auch wenn es aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen gewählt wird“, keinen Zweifel daran lassen, dass der Lehrer „den Bildungsauftrag der Schule überzeugend erfüllen kann“. Das interpretierte die Behörde so, dass es eine Anstellung der bekennenden Muslimin ausschloss.

VG Osnabrück: Für das Urteil war auch Rechtslage von 2013 entscheidend

Die klagende Lehrerin, die heute in Nordrhein-Westfalen lebt, hatte Schmerzensgeld nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz gefordert. Sie sah sich von der Schulbehörde durch die Entziehung der bereits zugesagten Stelle diskriminiert.

Dass die Frau erst zwei Jahre später gegen die Entscheidung klagte, liegt an einem richtungsweisenden Kopftuchurteil des Bundesverfassungsgerichts von 2015: Damals hatten die Richter ein rigides Kopftuchverbot in Nordrhein-Westfalen kritisiert und das Land aufgefordert, es „verfassungskonform einzuschränken“.

Bis zu der Gesetzesänderung 2015 hatte in NRW eine Regelung gegolten, nach der bereits eine „abstrakte Gefahr für Neutralität und Schulfrieden“ für ein Verbot genügte. Die Verfassungsrichter urteilten aber, es sei eine „hinreichend konkrete Gefahr“ erforderlich, die von einem Kopftuch in der Schule ausgehen müsse. Eine Kopftucherlaubnis war die Korrektur nicht. Mehrere Länder mussten daraufhin allerdings ihre Schulgesetze überarbeiten, auch weil sie das Christentum explizit gegenüber anderen Religionen bevorzugt hatten.

Die Verwaltungsrichter in Osnabrück urteilten nun: Selbst wenn die Lehrerin im Osnabrücker Fall von der Schulbehörde wegen ihrer Religion benachteiligt worden wäre, sei in dem Fall die Entscheidung der Schulbehörde gerechtfertigt gewesen. Für die Beurteilung sei retrospektiv die Sach- und Rechtslage von 2013 entscheidend. Zu jenem Zeitpunkt habe sich die Schulbehörde auf die gesetzliche Grundlage des Schulgesetz berufen dürfen, weil damals die ältere Rechtsprechung des Verfassungsgerichts von 2003 maßgeblich war.

Danach sei für ein Kopftuchverbot nur ein hinreichend bestimmtes Gesetz gefordert worden. Die neuere Entscheidung des Verfassungsgerichts von 2015, die für ein Kopftuchverbot zusätzlich eine konkrete Gefahr für die Schutzgüter Schulfrieden und Neutralität verlange, habe es im Jahr 2013 noch nicht gegeben.

Das Urteil aus Osnabrück ist noch nicht rechtskräftig und kann binnen eines Monats nach Zugang der schriftlichen Entscheidungsgründe angefochten werden.

Übernommen aus:

http://www.spiegel.de/lebenundlernen

Stimmungsbild – Jobsuche mit Uniabschluss: User und ihre Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt

Ein Studium allein ist kein Garant für einen Job. In den Foren von derStandard.at berichten User von ihren persönlichen Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt – 1 Foto

Die Arbeitssuche für Akademiker ist schwierig, zeigen die jüngsten Zahlen des Sozialministeriums. Akademiker in der Community von derStandard.at berichten im Forum von ihren Erfahrungen.

Viele User sehen eine Veränderung des Arbeitsmarktes: Ein Studium allein ist schon länger kein Garant mehr für einen Job, sondern eine Voraussetzung neben anderen Qualifikationen, etwa zusätzlichen Auslandserfahrungen, absolvierten Praktika und Sprachkenntnissen:

Das betrifft auch Berufseinsteiger mit naturwissenschaftlichem Hintergrund:

Dennoch gibt es Positives zu vermelden. Etwa dass man auch mit einem geisteswissenschaftlichen Studium reüssieren kann:

Andere User berichten, dass in ihrem Umfeld Akademiker recht rasch berufstätig waren – mit entsprechendem Networking:

Allgemein werden verschiedene Probleme angesprochen:

Und zum Abschluss noch zum Thema „marktfähige“ Studienrichtungen:

Welche Erfahrungen haben Sie auf dem Arbeitsmarkt gemacht? Welche Postings entsprechen Ihrer Situation, welche haben Sie eher überrascht?

Original-Quelle:

http://text.derstandard.at/

Sachsen : So viele HIV – Infektionen wie nie zuvor

DRESDEN. Die Zahl der HIV-Neuinfektionen hat in Sachsen einen neuen Höchststand erreicht. 2015 wurden 190 Erstdiagnosen an das Robert Koch-Institut gemeldet, wie das sächsische Sozialministerium mitteilte. Im Jahr 2014 waren es noch 168 gewesen, was einem Anstieg um rund 13 Prozent innerhalb eines Jahres entspricht.

 Laut Sozialministerium gibt es die Erfassung der Erstdiagnosen seit 1993 in ihrer jetzigen Form. Seitdem wurde in Sachsen noch kein höherer Wert als 2015 verzeichnet.

Mit 4,7 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner liegt Sachsen leicht über dem bundesweiten Schnitt von 4,6 HIV-Erstdiagnosen. Ein Großteil der Neuinfektionen (57 Prozent) wurde 2015 bei Männern verzeichnet, die mit Männern Geschlechtsverkehr haben.

Allerdings gibt es sowohl in Sachsen als auch in ganz Deutschland die Tendenz, dass sich immer mehr Menschen auch bei heterosexuellen Kontakten anstecken.

„Auch wenn Aids oft kein Todesurteil mehr ist, muss die gefährliche Krankheit weiter im öffentlichen Bewusstsein bleiben“, sagte Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU). „Wir müssen weiter aufklären und unsere Anstrengungen im Bereich Prävention, Diagnostik und Therapie verstärken.“

Im vergangenen Jahr hat Sachsen den Angaben zufolge die Mittel für die Aids-Prävention deutlich aufgestockt: So stieg die Unterstützung für die vier Beratungsstellen im Land um 34.000 Euro auf 375.000 Euro. Auch die Gesundheitsämter erhalten mehr Geld für Präventionsprojekte. (lup)

 

Entdeckt auf:

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/oegd/article/917878

Bildung und Forschung weiter auf Wachstumskurs

Der Etat des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von Ministerin Prof. Dr. Johanna Wanka (CDU) soll laut Haushaltsplanentwurf im kommenden Jahr erneut steigen. Laut  Einzelplan 30 des Bundeshaushalts 2017 (18/9200) soll das Ausgabevolumen 17,5 Milliarden Euro betragen und damit um knapp 1,2 Milliarden Euro gegenüber 2016 steigen. Das entspricht einer Erhöhung von rund sieben Prozent. Am Dienstag, 6. September 2016, wird der Einzelplan ab etwa 15.55 Uhr rund 105 Minuten lang in erster Lesung beraten.

Die Debatte wird live im Parlamentsfernsehen, im Internet auf www.bundestag.de und auf mobilen Endgeräten übertragen.

Drei Viertel für Forschung, ein Viertel für Bildung

„Bildung und Forschung sind zentrale Zukunftsinvestitionen, die maßgeblich zum Wohlstand in Deutschland, seinem Innovationsvermögen und seiner internationalen Wettbewerbsfähigkeit beitragen“, schreibt die Bundesregierung. „Bildung erschließt den Menschen Zugang zu Wissen und eröffnet die Möglichkeit zu wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Teilhabe“, heißt es weiter im Vorwort. Schon in den letzten Jahren war der Etat für Bildung und Forschung stetig angestiegen. Vor 14 Jahren hatten die Ausgaben dafür lediglich sieben Milliarden Euro betragen.

Etwa ein Viertel des Etatentwurfs 2017 entfällt auf den Bildungsbereich. Der überwiegende Teil fließt in Forschung und Wissenschaft. Die erwarteten Einnahmen sinken um 47,6 Millionen auf 36,2 Millionen Euro. Die Personalausgaben steigen laut Entwurf von 104,6 Millionen Euro 2016 auf  113,8 Millionen Euro 2017. Die sächlichen Verwaltungsausgaben steigen von 65,04 Millionen Euro um 4,86 Millionen auf 69,6 Millionen Euro. Die Zuweisungen und Zuschüsse steigen nach den Plänen der Regierung von 14,19 Milliarden Euro um 1,15 Milliarden Euro auf 15,34 Euro in diesem Jahr. Für Investitionen sind 2,45 Milliarden Euro gegenüber 2,34 Milliarden Euro in diesem Jahr eingeplant.

Wissenschafts- und Innovationssystem

Die höchsten Ausgaben sieht der Haushalt für die Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschafts- und Innovationssystems vor. Die Bundesregierung will dafür rund 7,01 Milliarden Euro (2016: 6,53 Milliarden Euro) ausgeben. Mit einem wettbewerbsfähigen Wissenschafts- und Innovationssystem sollen die Grenzen des Wissens erweitert, neue Technologien und Anwendungen ermöglicht und in neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen übersetzt werden.

Dazu hatte die Bundesregierung drei große Pakte mit den Ländern abgeschlossen, den Hochschulpakt 2020, die Exzellenzinitiative und den Pakt für Forschung und Innovation. Mit dem Hochschulpakt 2020, für den im Haushalt 2017 über 2,8 Milliarden Euro (2016: 2,5 Milliarden Euro) vorgesehen sind, sollen an den Hochschulen zusätzliche Studienplätze geschaffen werden.

Forschung an Hochschulen

Für die Projektausgaben in Forschungsvorhaben der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wird eine Programmpauschale bereitgestellt, wodurch die Forschung an Hochschulen gestärkt werden soll. Für weitere Maßnahmen zur Entwicklung des Hochschul- und Wissenschaftssystems wie etwa den Qualitätspakt Lehre, der der Verbesserung von Studienbedingungen und Lehrqualität dient, sind bis 2020 insgesamt rund zwei Milliarden Euro vorgesehen, davon 200 Millionen Euro im Haushalt 2017.

Darüber hinaus werden für die Exzellenzinitiative von Bund und Ländern zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen in den Jahren 2011 bis 2017 Mittel im Umfang von 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt; der Anteil des Bundes (75 Prozent) beträgt dabei insgesamt rund zwei Milliarden Euro, davon im Jahr 2017 knapp 360 Millionen Euro. Mit der Exzellenzinitiative sollen Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Universitäten und Wissenschaft gefördert werden.

Pakt für Forschung und Innovation

Entsprechend dem Pakt für Forschung und Innovation von 2016 bis 2020 steigen die institutionellen Zuwendungen an die außeruniversitären Wissenschaftseinrichtungen Max-Planck-Gesellschaft (rund 880 Millionen Euro), Leibniz-Gemeinschaft (rund 490 Millionen Euro) und Deutsche Forschungsgemeinschaft (über 1,25 Milliarden Euro). Sie sollen bis 2020 jährlich um drei Prozent steigen. Die Steigerung trägt der Bund allein.

Auf Basis des neugefassten Artikels 91b des Grundgesetzes wird die mit der Exzellenzinitiative begonnene Förderung von Spitzenforschung an Universitäten fortgeführt. Die Exzellenzstrategie wird zukünftig Exzellenzcluster und Exzellenzuniversitäten in Deutschland fördern. Weitere neu beschlossene Projekte sind die Förderinitiative „Innovative Hochschule“ sowie das Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses soll die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems durch die strukturelle Verankerung von zusätzlichen rund 1.000 Tenure-Track-Professuren in Deutschland stärken. Die sogenannte Tenure-Track-Professur sieht nach erfolgreicher Bewährungsphase den unmittelbaren Übergang in eine Lebenszeitprofessur vor.  

Der zweite große Posten ist für die Projektförderung für Forschung und Innovation veranschlagt. Die Hightech-Strategie wurde in dieser Legislaturperiode zu einer umfassenden ressortübergreifenden Innnovationsstrategie weitentwickelt und hat zum Ziel, die Position Deutschlands im globalen Wettbewerb der Wissensgesellschaft weiter zu stärken. Der Etat steigt nach dem Entwurf von 5,64 Milliarden Euro auf 6,08 Milliarden Euro 2017. Im Zentrum steht die Förderung der Forschung mit dem Instrument der Projektförderung.

Innovation durch neue Technologien

Danach stehen für Innovation durch neue Technologien insgesamt rund 750 Millionen Euro (2016: 650 Millionen Euro) zu Verfügung, für Lebenswissenschaften rund 540 Millionen Euro (2016: 506 Millionen Euro), für Klima und Energie rund 512 Millionen Euro (2016: 469 Millionen Euro), für naturwissenschaftliche Grundlagenforschung rund 314 Millionen Euro (2016: 291 Millionen Euro), für neue Konzepte für den Wissens- und Technologietransfer und die regionale Förderung in den neuen Ländern rund 450 Millionen Euro (2016: 345 Millionen Euro).

Für die Stärkung der Leistungsfähigkeit des Bildungswesens und die Nachwuchsförderung, den dritten Posten, steigen die Ausgaben von 4,36 Milliarden Euro auf 4,73 Milliarden Euro 2017. Dazu zählen Maßnahmen zur Stärkung des Lernens im Lebenslauf mit einem Gesamtvolumen von rund 250 Millionen Euro und solche zur Modernisierung und Stärkung der beruflichen Bildung in Höhe von rund 266 Millionen Euro.

Bildungsfinanzierung durch den Bund

Darüber hinaus sind hier die Studien-, Fortbildungs- und sonstige individuelle Bildungsfinanzierung durch den Bund (BAföG und berufliche Aufstiegsfortbildung sowie die Leistungen der Begabtenförderungswerke, der beruflichen Begabtenförderung und das nationale Stipendienprogramm Deutschlandstipendium) mit einer Summe von rund 3,3 Milliarden Euro verankert. Benachteiligte Kinder und Jugendliche sollen auch außerschulisch stärker gefördert werden.

Für die „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“, die entscheidend zur Verbesserung von Unterricht und Schule beitragen soll, sind in ihrem dritten Jahr 60 Millionen Euro vorgesehen. Ferner soll die berufliche Bildung weiter modernisiert und gestärkt werden. Ausbildungsverordnungen bestehender Berufe sollen ebenfalls modernisiert werden. Dafür steigen die Mittel von 473,34 Millionen Euro auf 530,49 Millionen Euro. (rol/24.08.2016) 

Link zum Artikel:

www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/

Mehr Möglichkeiten beruflicher Weiterbildung

Arbeitnehmer ohne Berufsausbildung erhalten bei Teilnahme an einer abschlussbezogenen Weiterbildung künftig Prämien für bestandene Zwischen- und Abschlussprüfungen. Der Vorrang, jemanden in ein neues Beschäftigungsverhältnis zu vermitteln, soll einer Weiterbildung künftig nicht mehr im Weg stehen, wenn durch diese eine dauerhafte berufliche Eingliederung erreicht werden kann.

Das beschloss der Bundestag am Donnerstag, 2. Juni 2016, indem er mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD den geänderten Gesetzentwurf (18/8042) der Bundesregierung zur Stärkung der beruflichen Weiterbildung und des Versicherungsschutzes in der Arbeitslosenversicherung (AWStG) annahm. Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen enthielten sich bei der Abstimmung.

Regierungsentwurf und Anträge der Opposition

Zu den umfangreichen Regeln des Entwurfes gehört auch, dass Menschen, die ihre Beschäftigung oder den Bezug von Arbeitslosengeld durch eine länger andauernde Weiterbildung unterbrechen, den zuvor bestehenden Arbeitslosenversicherungsschutz auf dem Weg einer freiwilligen Weiterversicherung durch Zahlung eigener Beiträge aufrechterhalten können. Außerdem wird eine bis Ende 2016 befristete Sonderregelung zur verkürzten Anwartschaftszeit für überwiegend kurzzeitig Beschäftigte bis 31. Juli 2018 verlängert.

Grüne und Linke hatten jeweils eigene Anträge eingebracht, die jedoch abgelehnt wurden. Die Linke hatte in ihrem Antrag (18/7425) unter anderem gefordert, die Rahmenfrist, innerhalb derer Anwartschaftszeiten für den Bezug von Arbeitslosengeld (ALG I) erworben werden müssen, von zwei auf drei Jahre heraufzusetzen und die Bezugsdauer von Arbeitslosengeld zu verlängern.

Die Grünen plädierten in ihrem Antrag (18/5386) ebenfalls dafür, Beitrags- und Anwartschaftszeiten grundlegend neu zu regeln. So sollte schon nach viermonatiger Beitragszeit ein zweimonatiger Bezug von Arbeitslosengeld möglich sein und die freiwillige Arbeitslosenversicherung für alle Selbstständigen geöffnet werden.

Bundesregierung: Präventive Arbeitsmarktpolitik

Anette Kramme (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, lobte den Gesetzentwurf als „Beitrag für eine präventive und aktivierende Arbeitsmarktpolitik“, von dem Menschen profitieren, denen Weiterbildung bisher verschlossen war.

Sie betonte, dass sich die SPD in Bezug auf eine Verlängerung der Rahmenfrist auf drei Jahre mehr erhofft hätte, dies aber „nicht erreichbar“ gewesen sei.

Linke: Es gibt kaum Weiterbildungsangebote

„Eine tatsächliche Stärkung der Weiterbildung suche ich in dem Entwurf vergeblich“, resümierte dagegen Sabine Zimmermann (Die Linke).

Sie warf der Bundesregierung vor, das Bild des unmotivierten Erwerbslosen zu bemühen, wenn sie davon rede, mit Prämien die Motivation stärken zu wollen. „Das ist schäbig. Denn die Wahrheit ist: Viele Erwerbslose wollen sich weiterbilden, aber es gibt kaum Weiterbildungsangebote für sie.“

CDU/CSU: Wir schließen Lücken

Albert Weiler (CDU/CSU) hielt dagegen: „Mit dem Gesetzentwurf nehmen wir vor allem Geringqualifizierte und Langzeitarbeitslose in den Focus, um sie zu qualifizieren.“ Derzeit breche jeder vierte Teilnehmer seine Weiterbildung vorzeitig ab. Diese Zahl zu reduzieren, sei der richtige Weg, so Weiler.

Außerdem würden Lücken in der Arbeitslosenversicherung geschlossen, durch die Möglichkeit, sich während einer Weiterbildung freiwillig weiter zu versichern.

Grüne: Mit zweierlei Maß

Brigitte Pothmer (Bündnis 90/Die Grünen) erkannte zumindest eine Gemeinsamkeit mit der Bundesregierung, nämlich in der Feststellung, dass Deutschland ein Fachkräftearbeitsmarkt sei und man in die Fachkräfte investieren müsse. „In begrenztem Umfang“ tue dies der Gesetzentwurf für die Bezieher von Arbeitslosengeld I, sagte Pothmer.

Sie warf der Regierung jedoch vor, mit zweierlei Maß zu messen, weil sie bestimmte sinnvolle Änderungen, wie die Abschaffung des Vermittlungsvorrangs, nicht auf SGB-II-Bezieher (Hartz IV) ausdehne. „Sie haben die SGB-II-Bezieher vollständig abgeschrieben“, warf sie der Regierung vor.

SPD: Neue Wege eröffnen

Für die Sozialdemokraten betonte Michael Gerdes (SPD): „Wir verabschieden das Gesetz, damit mehr Menschen Zugang zu beruflicher Weiterbildung und Ausbildung haben. Wir wollen denjenigen, die bisher von Arbeit und Ausbildung ausgeschlossen sind, neue Wege eröffnen.“ Es sei nicht hinnehmbar, dass die Mehrheit der Menschen im SGB-II-Bezug keinen Berufsabschluss hat.

Je geringer die Qualifikation, je geringer seien die Chancen, desto weniger Teilhabe gebe es. „Wir wollen als Sozialdemokraten selbstverständlich das Gegenteil“, bekräftigte Gerdes. (che/02.06.2016)

 

Die Homepage besuchen:

http://www.bundestag.de/

Festnahmen am Flughafen: Neuseeland jagt Studiengebühren-Schuldner

Ngatokotoru Puna fährt im Januar zum Auckland Airport. Er hat an einer Weiterbildung in Australien teilgenommen und will nun zurück auf die Cookinseln fliegen, wo er als Mathelehrer arbeitet. Doch am Flughafen nehmen Polizisten den 40-Jährigen fest.

Puna denkt zunächst, das sei ein Missverständnis: Er hat sich doch nichts vorzuwerfen. Oder doch? Der Neuseeländer ist einer von Zehntausenden Uni-Absolventen, die ihre Studiengebühren noch nicht oder nicht vollständig zurückgezahlt haben. Punas Schulden sollen durch die Zinsen inzwischen auf 130.000 Dollar angewachsen sein, berichtet die neuseeländische Webseite „Stuff“.

An dem Mathelehrer will die neuseeländische Regierung ein Exempel statuieren: Er ist der erste Uni-Absolvent, der wegen ausstehender Studiengebühren festgenommen wird. Seine Festnahme soll andere abschrecken und dazu bewegen, endlich ihre Schulden zu begleichen. Puna darf erst auf die Cookinseln zurückkehren, als er 5000 Dollar zahlt und verspricht, den Rest seiner Schulden zu begleichen.

Am vergangenen Dienstag wurde eine zweite Frau am Auckland Airport festgenommen, als sie nach Australien fliegen wollte. Auch sie muss noch Studiengebühren zurückzahlen.

Rund 112.000 neuseeländische Studienkredit-Schuldner leben inzwischen im Ausland, 70 Prozent von ihnen sind mit der Begleichung ihrer Kredite in Verzug, wie verschiedene neuseeländische Medien berichten, etwa der Radiosender Radio NZ. „Rund 20 Personen stehen unter besonderer Beobachtung des Finanzamts. Sie können festgenommen werden, wenn sie nach Neuseeland zurückkehren“, sagte Bildungs- und Entwicklungsminister Steven Joyce dem Sender.

Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte dem „New Zealand Herald“: „Die Festnahmen sind absolut unser letztes Mittel. Vorher versuchen wir, die Schuldner auf allen möglichen Wegen zu erreichen, um mit ihnen zu klären, wie sie ihre Schulden zurückzahlen können.“ Das Finanzamt hat sogar eine eigene Webseite eingerichtet, auf der erklärt wird, wie man seine Schulden am besten begleichen kann.

Weil viele Schuldner in Australien leben, verhandelt Neuseeland mit dem Nachbarland über eine neue Vereinbarung, um leichter an die Adressen der betreffenden Personen heranzukommen und ihnen Mahnungen schicken zu können.

Studentenverbindungen kritisieren die harten Methoden der Regierung: Sie würden die Schuldner zu Studienkredit-Flüchtlingen machen, die aus Angst, festgenommen zu werden, sich nicht mehr zu Hochzeiten oder Beerdigungen in der Heimat trauten.

Auch die Grünen-Politikerin Julie Anne Genter sagte, solche Methoden seien zu hart. „Warum bemühen wir uns so sehr darum, Studenten zu jagen, nur weil sie sich hier haben ausbilden lassen? Warum verfolgen wir nicht lieber multinationale Unternehmen, die im Land keine Steuern zahlen?“

Doch offenbar zeigt das Vorgehen der Regierung Wirkung: Nach Ngatokotoru Punas Verhaftung sind die Rückzahlungen von Studienkrediten um rund 30 Prozent angestiegen, sieben Millionen Dollar wurden so mehr als im Vorjahreszeitraum zurückgezahlt.

 

Hier der Link dazu:

www.spiegel.de

Schlafstörungen: Erst Verhaltenstherapie, dann Medikamente

Schlafstörungen: Erst Verhaltenstherapie, dann Medikamente Die kognitive Verhaltenstherapie empfehlen US-amerikanische Ärzte als First-Line-Behandlung für erwachsene Patienten mit chronischen Schlafstörungen. Erst wenn die nicht-medikamentöse Therapie keinen Erfolg bringt, könnten Arzneimittel in Absprache mit dem Betroffenen und nach Aufklärung über Kosten, Nutzen und Risiken der Präparate ergänzend für kurze Zeit zum Einsatz kommen. Das halten die Experten des American College of Physicians (ACP) erstmals in einer Leitlinie fest, die jetzt im Fachjournal «Annals of Internal Medicine» erschien.
 
Aus Sicht von ACP-Präsident Dr. Wayne Riley haben die Wirkstoffe, die bei Schlafstörungen angewendet werden, schlichtweg zu viele Nebenwirkungen. «Obwohl es bislang keinen direkten Vergleich gibt, ist es sehr wahrscheinlich, dass die kognitive Verhaltenstherapie weniger schädlich ist als die medikamentöse Behandlung», sagte er. In der neuen Leitlinie erhält sie daher klar den Vorzug vor der Pharmakotherapie.
 
Das Konzept umfasst eine Vielzahl verschiedener Methoden wie etwa Schlafrestriktion, Aufklärung zur richtigen Schlafhygiene und die Stimulus-Kontroll-Technik. Die Patienten könnten sich in Einzel- und Gruppentherapien, telefon- und webbasierten Modulen oder mittels Selbsthilfebüchern schulen lassen, so die ACP-Spezialisten. «Medikamente sollten im Idealfall nicht länger als vier bis fünf Wochen angewendet werden. Anschließend sollte der Patient in der Lage sein, die Schlaflosigkeit mit den erlernten Fähigkeiten langfristig in den Griff zu bekommen», sagte Riley. Andernfalls müsse der Arzt andere, behandelbare Erkrankungen als Ursache für die Insomnie in Betracht ziehen. Das könnten etwa Depressionen, eine vergrößerte Prostata, der Missbrauch von Arznei- und Suchtmitteln, Schlafapnoe oder das Restless-Legs-Syndrom sein. 

Erstmalig veröffentlicht auf:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=63292

Wenn die Uni nachfragt: Meine Krankheit gehört mir

Etwas Abstand bitte: Was genau hinter Krankengeschichten steht, geht Unis nichts an, finden viele Studenten.

Es war eine Prüfungsphase wie immer, doch in diesem Winter war für Marie nichts wie immer. Marie, Studentin der Politik und Soziologie, hatte private Probleme. Die psychische Belastung war so groß, dass sie sich krankschreiben ließ und zu Hause blieb. Plötzlich ein Anruf vom Prüfungsamt, sie solle dringend vorstellig werden: Auf dem Krankenschein fehlten die Symptome, das reiche so nicht, sie gelte damit als durchgefallen. Das weitere Studium war akut gefährdet. „Das hat mich in Panik versetzt“, erzählt sie. Sie sei zugleich beschämt gewesen – dann nämlich, als sie das ausgefüllte Attest des Psychiaters einreichen musste. Plötzlich war sie wie gläsern. Und das mit etwas sehr Privatem, ihrer Krankheit.

Marie, die anders heißt, ihren Namen aber nicht in der Zeitung lesen will, ist nicht die Einzige, der es an ihrer Uni so erging. Gerade in diesen Tagen, in denen Semesterabschlussprüfungen geschrieben werden, wiederholt sich ihre Geschichte, so oder so ähnlich. Wer sich zum Beispiel an der Universität Freiburg von einer Klausur oder Hausarbeit abmelden will, dem reicht ein einfacher gelber Zettel vom Hausarzt nicht. Die Uni verlangt mehr als eine übliche Krankschreibung – nämlich „Angaben zu Symptomen und der daraus resultierenden Leistungsminderung“, wie es auf einem Formular heißt. Die Begründung der Uni: Sogenannte „Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen versetzen den Prüfungsausschuss nicht in die Lage, die Frage der Prüfungsfähigkeit zu beurteilen, weshalb eine Genehmigung des Rücktritts dann nicht möglich ist“. Arbeitsunfähig, aber prüffähig? Für Studenten klingt das absurd.

Krankgeschriebene Studenten können nicht zur Prüfung kommen. Oder doch? Manche Unis fragen genau nach.

Andere Hochschulen wie etwa in Kiel, Dortmund und Darmstadt haben von dieser Praxis nach Protesten der Studenten Abstand genommen. Einige beharren aber weiter darauf. Und die Idee dahinter klingt erst einmal gar nicht schlecht: Gleiche Chancen für alle. Keiner soll länger lernen dürfen und sich damit einen Vorteil verschaffen. Aber rechtfertigt das einen so tiefen Einblick in die Privatsphäre? Die Studenten sagen: Nein.

Ein Sportstudent, dem das Kreuzband gerissen ist, mag keine Praxisprüfung in Volleyball mehr zustande bringen, wohl aber das dazugehörige Regeltestat. Auch eine Grippe kann man oft förmlich von der Nasenspitze ablesen, da gibt es dann nichts zu verheimlichen. Auf der anderen Seite gibt es oft gute Gründe, dass Studenten die Details ihrer Krankengeschichten nicht öffentlich machen wollen. Da müssen noch nicht einmal, so wie bei Marie, psychische Probleme dahinterstecken – die zu einer Stigmatisierung oder Ausgrenzung führen könnten. Und die man gerne für sich behält oder allenfalls der eigenen Familie und Freunden anvertrauen möchte.

Link zur Homepage:

http://www.faz.net/

Soziales – Armutskonferenz fordert mehr Geld für Brennpunktschulen

Bildungsministerium will Sozialindexierung bei Schulbudgets forcieren

Wien – Die Armutskonferenz hat am Freitag ihre Forderung nach mehr Geld für Schulen in sozial benachteiligten Bezirken wiederholt, auch die Grünen plädieren für eine „bedarfsorientierte Mittelzuteilung“. Im Bildungsministerium wird ein solcher Sozialindex befürwortet, er soll im Rahmen der geplanten Gesamtschul-Modellversuche umgesetzt werden.

Die Idee dahinter: Ein Sozialindex auf Basis von Bildungsstand, Beruf und Einkommen der Eltern entscheidet darüber, wie viel zusätzliche Mittel eine Schule bekommt. So sollen Standorte mit besonders großen Herausforderungen mehr Personal einstellen bzw. spezielle Unterstützungsangebote machen können.

Besserer Unterricht

Geht es nach der Armutskonferenz, soll jeder Standort ein Konzept entwickeln müssen und später die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüft werden, um eine sinnvolle Verwendung der Mittel sicherzustellen. Schwerpunkt der Maßnahme müssten in Österreich besserer Unterricht und die Raumstruktur sein, heißt es in der Aussendung. Mithilfe „kompensatorischer Ressourcenzuteilung“ könne „in den Schulen einiges verbessert werden“ verwies Martin Schenk von der Armutskonferenz auf gute Erfahrungen in den Niederlanden, Zürich, Hamburg und Kanada.

Grünen-Bildungssprecher Harald Walser betonte die wichtige Rolle der Autonomie beim Mitteleinsatz und bei den pädagogischen Maßnahmen. Probleme an den Pflichtschulen, wo ein Teil der Schüler nach Ende der Schulpflicht mit nur marginalen Lese- und Rechenfähigkeiten abgeht, könnten nur an den jeweiligen Standorten gelöst werden. Vor allem an den Volksschulen brauche es neben mehr Geld mehr Möglichkeiten, flexibel auf die Bedürfnisse der Schüler einzugehen.

Grüne: 24 Millionen Euro nötig

Kurzfristig müssten umgehend jene 24 Millionen Euro ausbezahlt werden, die zusätzlich für die Sprachförderung von Flüchtlingen angekündigt wurden; außerdem müssten weitere Mittel aus dem Integrationstopf bereitgestellt werden, so die Grünen. Dass die im vergangenen November angekündigten Bildungsreformen von der Regierung noch immer nicht vorgelegt wurden, nannte Walser angesichts der Probleme an Pflichtschulen „unverantwortlich“.

Vom Bildungsministerium wird die Idee einer Sozialindexierung der Schulbudgets unterstützt. Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hatte sich in der Vergangenheit selbst für eine Änderung der Mittelzuteilung stark gemacht. Nun soll, wie es auf APA-Anfrage aus dem Ministerium heißt, im Rahmen der angekündigten Bildungsreform an einer Umsetzung gearbeitet werden. Speziell bei den Modellregionen zur Gesamtschule könnte eine solche neue Finanzierungsform einfließen.

Bei der Sprachforderung sei man bereits aktiv geworden, heißt es in Richtung der Grünen: Die Fördermittel für zusätzliche 208 Sprachlehrerposten seien schon freigegeben worden. Bei der Bildungsreform sei man in ständigen Verhandlungen und Abstimmungen mit der ÖVP, „noch vor dem Sommer“ sollen „erste sichtbare legistische Schritte“ gesetzt werden. (APA, 18.3.2016)

 

zum Artikel:

http://derstandard.at/2000033194007/Armutskonferenz-fordert-mehr-Geld-fuer-Brennpunktschulen

Hygiene und Körperpflege bei Kindern

Hygiene ist für Kinder sehr wichtig, da sie große Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Gesundheit hat. Deshalb sollten Eltern bei ihren Kindern auf eine angemessene Körperpflege und Hygiene achten und jedes Kind an regelmäßige Körperhygiene gewöhnen. Kindern Hygiene beibringen in normalem Maße gehört zu den Aufgaben bei der Erziehung.

 

Was gehört zur regelmäßigen Hygiene und Körperpflege bei einem Kind?

Zähne putzen: und das ab dem 1. Zahn mind. 2 x täglich (morgens nach dem Frühstück und abends vor dem schlafen gehen), besser noch ist 3 x täglich (nach dem Essen)

Gesicht waschen: morgens und abends mit warmem klarem Wasser

Hände waschen: morgens und abends, vor dem Essen, nach der Toilette, nach dem spielen im Freien, nach dem Einkaufen, Kindergarten, Schule – und das mit Seife.

Duschen oder Baden und Haare waschen: reicht normalerweise 2 x pro Woche. Im Sommer, wenn Kinder beim Herumtoben stark schwitzen, im Plantschbecken oder Sandkasten waren ist häufiger eine Ganzkörperwäsche notwendig.

Füße waschen: wenn das Kind barfuß gelaufen ist. Nach dem Füße waschen die Zehenzwischenräume immer gut abtrocknen. Außerdem auf Baumwollsocken und gute passende Schuhe achten.

Bei Babys bzw. Wickelkindern morgens und abends den Wickelbereich mit einem feuchten Waschlappen gründlich waschen und gut abtrocknen. Geeignete Pflegeprodukte verwenden (vor allem bei wundem Po).

Trocken und Sauberwerden: Ein sehr wichtiger Schritt in punkto Hygiene ist, dass Kinder zwischen zwei und drei Jahren lernen, selbständig aufs Töpfchen oder auf die Toilette zu gehen.

Po richtig sauber machen: Kindern muss man lernen, dass Po und Scheide des Mädchens immer von vorne nach hinten abgewischt werden. Denn bei Mädchen ist es ganz wichtig, dass keine Darmbakterein in die Scheide gelangen, da diese eine Blasenentzündung hervorrufen können.

Nägel schneiden: Fuß- und Fingernägel 1 x wöchentlich schneiden und reinigen (Fingernägel öfter säubern)

Ohren regelmäßig sauber machen: bei der Ohrenpflege nur die Ohrmuscheln mit einem feuchten Waschlappen reinigen. Keinesfalls Wattestäbchen verwenden, denn damit schiebt man das Ohrschmalz nur tiefer in den Gehörgang und das Ohr kann verletzt werden

Eincremen: Die Haut eincremen ist erforderlich, wenn sie sehr trocken oder schuppig ist, sowie bei kalten Temperaturen. Da Babyhaut besonders empfindlich ist, auf milde Pflegeprodukte achten!

Hygiene ja, aber in Grenzen! Entscheidend ist das richtige Maß, denn übertriebene Hygiene kann durchaus auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Kindern haben wie z. B. eine sehr empfindliche Haut oder die Neigung zu Allergien.

Baby Hygiene

Neben der Körperpflege sind für Babys natürlich noch weitere hygienische Maßnahmen erforderlich und wichtig. Dazu gehört: regelmäßig die Fläschchen und Schnuller reinigen bzw. desinfizieren, die Wohnung sauber halten, und das insbesondere in der oralen Phase des Babys. Was aber nicht heißt, dass die ganze Wohnung steril sein muss, denn laut wissenschaftlichen Untersuchungen schwächt zuviel Hygiene und sterile Sauberkeit das kindliche Immunsystem. Dadurch wird der Organismus des Kindes anfälliger für Bakterien, Krankheitserreger oder Parasiten.

Hier der Link dazu:

www.vorname.com/ratgeber/erziehung-teens/

Akzeptanz von Studienabschlüssen: Bachelor bleibt „Karrieresackgasse“

Akzeptanz von Studienabschlüssen 

Die Große Koalition wollte Bachelor-AbsolventInnen den Weg in den höheren Dienst öffnen. Der Innenminister erklärt, diese seien dafür nicht qualifiziert.

Dies hat Innenminister Thomas de Maizière (CDU) der Süddeutschen Zeitung zufolge den stellvertretenden Fraktionschefs Hubertus Heil (SPD) und Michael Kretschmer (CDU) mitgeteilt. Von „hohen Leistungsstandards“ und der „bestmöglichen Personalauslese“ sei die Rede. Ausnahmen könne es allenfalls für Bachelor-AbsolventInnen mit Promotion geben. Der Koalitionsvertrag sieht hingegen vor, den Zugang zum höheren Dienst für AbsolventInnen „mit Promotion oder mehrjähriger beruflicher Erfahrung“ zu öffnen.BERLIN taz | Lange war der Bachelor-Abschluss als „Karrieresackgasse“ und „Schmalspurabschluss“ verschrien. Nun wollte die Große Koalition AbsolventInnen den Weg in den höheren Dienst öffnen. Doch das zuständige Bundesinnenministerium erklärt nun, solch eine „breite Absenkung des Qualifikationsniveaus“ stehe nicht zur Diskussion.

Bachelor und Master waren 2003 im Zuge der Bologna-Reform eingeführt worden. Diese sollte europaweit zu einer Harmonisierung von Studiengängen und -abschlüssen führen. Ein weiteres zentrales Ziel war die Förderung der „Employability“ – Studierende sollten kürzer und effizienter studieren, um schneller für den Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen. Im Londoner Kommuniqué von 2007 heißt es dazu, die Regierungen sollten sicherstellen, „dass Beschäftigung und Karrierestrukturen innerhalb des öffentlichen Dienstes voll kompatibel sind mit dem neuen Abschlusssystem“.

Laut Kultusministerkonferenz stellt der Bachelor „als erster berufsqualifizierender Abschluss den Regelabschluss dar und führt damit für die Mehrzahl der Studierenden zu einer ersten Berufseinmündung“. Voraussetzung für den gehobenen Dienst ist bisher die Hochschulreife, im höheren ein Master oder gleichwertiger Abschluss.

Der Verweis auf die fehlende Qualifikation könnte der Akzeptanz des Bachelors insgesamt schaden, fürchten ExpertInnen. „Die Ergebnisse unseres Bildungsmonitors zeigen, dass man in der privaten Wirtschaft mit einem Bachelor gute Entwicklungs- und Karrierechancen hat“, sagte Florian von Hennet, Sprecher der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. „Wer potenziellen Leistungsträgern die Einstiegs- und Aufstiegschancen unnötig einschränkt, schadet am Ende vor allem sich selbst“, sagte Hennet. „Das gilt für private Unternehmen genauso wie für den öffentlichen Dienst.“

Ähnlich argumentiert die Hochschulrektorenkonferenz. „Der Staat gibt damit ein Signal über den Wert des Bachelor-Abschlusses“, sagte deren Präsident Horst Hippler: „Als Bachelor wirst du in einer Schublade festsitzen, also strebe in jedem Fall den Master an.“ Als Folge werde die Nachfrage nach einem Masterstudium flächendeckend hoch bleiben.

Im Bildungsministerium wollte man sich mit Hinweis auf die laufende Ressortabstimmung nicht äußern.

Schlafparalyse – Albtraum im Wachzustand

Der Geist ist schon wach, aber der Körper schläft noch – ein Zustand, den Experten Schlafparalyse nennen. Das Schlimme: Die Betroffenen können keinen einzigen Muskel bewegen.

 

Schlafparalyse: Zwischen Schlaf und Wachzustand

Rund 25 Prozent aller Menschen erleben einmal im Leben diesen albtraumhaften Zustand zwischen Schlaf und Wachsein, in dem sich die Betroffenen wie gelähmt fühlen. Die Glieder wollen einfach nicht gehorchen und selbst das Sprechen ist nicht möglich. Nur die Atmung und die Augen können bewusst gesteuert werden. Wer sich in diesem Zustand befindet, baut oft auch noch Elemente eines Traumes in die reale Welt ein.

Schutzreaktion des Körpers

Der Begriff Schlafparalyse bezeichnet den Zustand, in dem der Geist schon im Wachzustand ist, der Körper aber noch schläft. Nach rund zwei Minuten ist der Spuk vorbei. Dann kehrt entweder die Muskelkraft zurück oder man schläft wieder ein. Wir empfinden die vorübergehende Lähmung zwar als unangenehm, tatsächlich ist das Phänomen jedoch eine Schutzreaktion unseres Körpers. Es verhindert, dass wir im Traum erlebte Bewegungen in die Realität umsetzen.

Am häufigsten betroffen von der Schlafstarre sind im übrigen Menschen, die an Narkolepsie – der sogenannten Schlafkrankheit – leiden. Ein gestörter Schlafrhythmus oder ein Jetlag können den Zustand ebenfalls herbeiführen.

Was kann man dagegen tun?

Wenn die Zustände nur vereinzelt auftreten, ist eine Behandlung nicht notwendig. In den meisten Fällen hilft es schon zu wissen, dass eine Schlafparalyse ungefährlich ist – zumindest im Normalfall. Dieses Wissen kann die Panik verhindern, die sich in den meisten Betroffenen ausbreitet. Wer gelassen mit der Starre umgeht, kann den Zustand sogar als spannend empfinden.

Sollten Schlafparalysen häufiger auftreten, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen. Grund dafür: Im Ernstfall können bewusste Paralysen auch mit Krankheiten wie Schlafapnoe, Migräne und Angststörungen zusammenhängen.

 

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Zahnimplantate für dauerhaften Zahnersatz

Zahnlücken sehen nicht nur merkwürdig aus, sie können auf Dauer den Kiefer ernsthaft schädigen. Wenn die Backenzähne beim Kauen nicht mehr aufeinandertreffen, können Probleme in den Kiefergelenken die Folge sein.

Zahnimplantate sind die beste Art des Zahnersatzes

Bei einzelnen Zahnlücken sowie bei mehreren fehlenden Zähnen sind Zahnimplantate die beste Art des Zahnersatzes. Dabei werden kleine Schrauben aus extrem festem und körperfreundlichem Titan in das Knochengewebe des Kiefers eingebracht und geben den künstlichen Zähnen, den Kronen, festen Halt. Zahnimplantate übernehmen somit die Funktion der natürlichen Zahnwurzeln. Der Kieferknochen wächst dabei fest um das Zahnimplantat herum, somit fühlt sich der künstliche Zahn wie ein natürlicher Zahn an. Dieser Vorgang ist, je nach Patient, nach drei bis sechs Monaten abgeschlossen und gewährleistet einen stabilen Sitz der Kronen, auch bei Belastung durch harte Nahrung.

Zahnimplantate nur vom Spezialisten

Zahnimplantate werden vom Spezialisten modelliert und im Rahmen einer Operation in den Kiefer installiert. Die Erfahrung unserer Zahnärzte und Implantologen stellt dabei sicher, dass die Zahnimplantate aus Titan im richtigen Winkel sowie der optimalen Tiefe im Kieferknochen verankert werden. Nur so lassen sich Entzündungen nach der Operation vermeiden und der Kieferknochen die Implantate aus Titan optimal umschließen. Je nach Form des Zahnimplantats wird eine unterschiedliche Operationsmethode für die sogenannte Insertion angewandt. Ein Teil des Implantats, das Abutment, ragt dabei aus dem Kieferknochen heraus, um der Zahnkrone festen Halt zu geben.

Für die dauerhafte Verträglichkeit und festen Sitz des Zahnimplantats ist die Knochenqualität des Kiefers beim Patienten entscheidend. Jedoch ist auch bei gewissen Problemen der Knochenqualität die Installation von Zahnimplantaten möglich. Hierzu wird vor dem operationellen Eingriff und der individuellen Anfertigung der Zahnkronen zunächst mit modernen bildgebenden Verfahren, wie zum Beispiel dem hochauflösenden Röntgen, die Qualität der Kieferknochen gemessen. Sind die natürlichen Kieferknochen des Patienten sehr weitmaschig, so besteht die Möglichkeit der Knochenverdichtung bevor das Implantat oder die Implantate gesetzt werden. Hierdurch wird die spätere primäre Stabilität des Zahnimplantats deutlich verbessert. Mit der Methode der medizinischen Knochenverdichtung ist es auch Patienten mit geringer natürlicher Knochendichte möglich, Zahnimplantate zu tragen.

Ambulanter Eingriff für Zahnimplantate

Das Einsetzen des Implantats geschieht in der Regel ambulant unter lokaler Betäubung. Mit einem kleinen Schnitt wird die Schleimhaut aufgeklappt und die Bohrung für das Implantat vorbereitet. Um bei der Bohrung den Kieferknochen nicht zu beschädigen, wird bei niedriger Drehzahl und Druck sowie ständiger Kühlung mit Kochsalzlösung das Loch für das Titanimplantat in der entsprechenden Tiefe und Winkel gebohrt. Dem Chirurg hilft bei diesem Vorgang eine Bohrschablone, die anhand der zuvor aufgenommenen Aufnahmen vom Kiefer angefertigt wurde. Das Zahnimplantat selbst wird mit einem speziellen Werkzeug in den Kieferknochen eingebracht, um einen stabilen und dauerhaften Halt zu gewährleisten. Danach wird die Stelle des Zahnfleischs wieder vernäht und entsprechend gepflegt. In den ersten Tagen nach der Operation sind vor allem kühle Umschläge und Medikamente hilfreich zur Wundpflege und um Infektionen zu vermeiden. Die äußere Wundheilung ist nach zehn Tagen abgeschlossen.

Bis das Zahnimplantat im Knochen eingeheilt ist, setzt der Zahnarzt ein Provisorium ein. Die Dauer der Einheilphase ist von mehreren Faktoren, unter anderem der Knochenqualität, abhängig und ist unbedingt einzuhalten, um einen dauerhaften und beschwerdefreien Sitz des Implantats zu gewährleisten.

Ist das Zahnimplantat fest mit dem Knochen verwachsen, so kann es belastet werden und der Zahnarzt ersetzt den provisorischen Zahnersatz mit der fertiggestellten Krone.

Die zahnärztliche Implantologie gehört zu den erfolgreichsten medizinischen Eingriffen. Bei regelmäßiger Kontrolle durch Ihren Zahnarzt sind Liegezeiten von mehreren Jahrzenten möglich und üblich.

Lehrberufe – Instrumentenbau: Wo Tischlern, Akustik und Architektur zusammenkommen

Lehrlinge im Instrumentenbau benötigen Geduld, Liebe zum Detail und körperliche Belastbarkeit. Aber auch technisches und musikalisches Verständnis sind gefragt

Zither und Akkordeon erklingen im Treppenhaus, es duftet nach Holz, und im Klassenzimmer hängt eine Klaviatur an der Wand. Die Wiener Berufsschule für Holz, Klang, Farbe und Lack (BS HKFL) versammelt Lehrlinge elf verschiedener Lehrberufe unter einem Dach. Neben Herkömmlichem wie Tischlerei und Lackiertechnik werden hier auch Lehrgänge für Bildhauerei und Musikinstrumentenerzeugung angeboten.

Die Schüler und Schülerinnen der Klassen für Musikinstrumentenerzeugung (MUS) kommen aus ganz Österreich nach Wien, um ergänzend zur betrieblichen Ausbildung die Berufsschule zu besuchen. „Seit rund 50 Jahren hat sich der bundesweite Lehrgang für Instrumentenbau in Wien etabliert“, sagt der Fachlehrer und Orgelbaumeister Ulrich Riediger.

Heterogene Klassen

Seit 27 Jahren unterrichtet Riediger die MUS-Klassen in Fächern wie Akustik, Angewandte Mathematik, Angewandte Physik und Technologie. Spannend ist für ihn „die heterogene Zusammensetzung der Klassen“, betont er. „Die Schüler haben unterschiedliche Zugänge: von Pflichtschulabgängern über Maturanten, Personen, die schon einen anderen Beruf erlernt hatten, bis zu mitunter fertigen Akademikern ist alles dabei.“ Ein Drittel der Instrumentenbaulehrlinge ist weiblich.

Von der Monarchie bis zum Zweiten Weltkrieg wurden in Wien Lehrlinge im Instrumentenbau ausgebildet. „Mit den Modellen aus dieser Zeit arbeiten wir heute noch“, sagt Riediger. Auf der gemeinsamen Stundentafel stehen auch Fächer wie Rechnungswesen, Politische Bildung und berufsbezogenes Englisch. Für die spezielle Instrumentenkunde, computergestütztes Fachzeichnen und das Praktikum in den Werkstätten werden die Schüler nach Lehrberufen aufgeteilt.

Orgelbau: Von Akustik bis Zimmereitechnik

„Das Besondere am Orgelbau ist, dass viele Berufe in einem zusammengefasst sind“, sagt Riediger. Techniken und Fertigkeiten aus (Kunst-)Tischlerei, Metallverarbeitung, Architektur, Elektronik und Akustik vereinen sich in einem Berufsbild. Ebenso kommen Design, Zimmerei- und Restauriertechniken zum Einsatz. „Der Orgelbau bietet eine universelle handwerkliche Ausbildung.“ Geduld, Liebe zum Detail und körperliche Belastbarkeit, aber auch feinmotorische Fähigkeiten, technisches und musikalisches Verständnis sollten Orgelbaulehrlinge mitbringen. Am wichtigsten aber sei „das Interesse am Produkt“.

Martin Behringer bringt all das mit. Von Deutschland kam er nach Dornbirn, um in der Firma Rieger Orgelbau eine Lehre zu beginnen. Der Orgelbaulehrling schätzt das innovative Produkt und das attraktive Ausbildungsangebot. „Es ist sehr abwechslungsreich, und innerhalb des Berufs ist eine Spezialisierung möglich“, sagt Behringer. Er selbst spielt Klavier und Orgel, bei einem Kurs für Kirchenmusiker hat ihn „der Orgelbau gepackt“.

Besondere Bindung zum Blechblasinstrument

Ideale Voraussetzung für eine langjährige Berufskarriere. „Wenn jemand selbst spielt, besteht eine besondere Bindung zum Instrument. Das Verschmelzen von Hobby und Beruf bringt meist die besten Leute hervor“, sagt Johann Schnaubelt. Der Meister in Blechblasinstrumentenerzeugung unterrichtet seit 15 Jahren die jeweiligen Schüler in den MUS-Klassen.

Wichtig ist ihm, dass im Lehrgang „was Sinnvolles entsteht, etwas, das die Schüler und Schülerinnen zu Hause herzeigen können“. Seit seiner Jugend spielt Schnaubelt in einer Musikgruppe, der Einstieg in den Instrumentenbau verdankt sich einem Zufall: „Meine Trompete war kaputt, ich brachte sie zur Reparatur, und von da an wollte ich Blechblasinstrumentenerzeuger werden.“ Für die Lehre im Musikhaus Votruba, wo er bis heute arbeitet, übersiedelte er 1989 nach Wien.

Mechanik ausbauen, reinigen und Teile erneuern – das Restaurieren von Holzblasinstrumenten macht Maria Wallmann, die selbst Saxofon und Flöte spielt, besondere Freude. Als Lehrling der Holzblasinstrumentenerzeugung arbeitet sie in der Holzbläserwerkstatt Andreas Stolz in Innsbruck. Wallmann ist glücklich in ihrem Beruf. „Du arbeitest mit den Händen und siehst am Ergebnis, was du geschafft hast“, sagt die Kapellmeisterin aus Tirol.

Instrumentenbaudynastie

Das macht für Lisa-Maria Schwarz das Besondere am Instrumentenbau aus: „Die Menschen haben Freude mit dem, was ich gemacht habe.“ Schwarz lernt Harmonikamacherin bei Harmonika Müller und ist „mit dem Instrumentenbau groß geworden“. Seit 1679 stellt die Familie Schwarz in Molln in Oberösterreich Maultrommeln her, ihr Großvater begann vor mehr als 35 Jahren auch, Steirische Harmonikas zu bauen. Im Volksschulalter fing die Berufsschülerin an, Zither und Harmonika zu spielen. „Wenn du selbst spielst und baust, lernst du das Instrument von zwei unterschiedlichen Seiten kennen.“

Handwerk wie vor 300 Jahren

Das möchte auch Günther Meinhart. Er spielt Gitarre und arbeitet bei Fant Guitars in Faistenau in Salzburg. Lange schon hatte der gelernte Elektriker den Wunsch, „etwas Kreatives zu machen“. An der Streich- und Saiteninstrumentenbaulehre fasziniert ihn, dass „heute vieles so gemacht wird wie bereits vor 300 Jahren“.

Der Zugang zur Ausbildung war früher jedoch durch das Zunftwesen nördlich der Alpen, beispielsweise im Geigenbau, streng reglementiert, erklärt Matthias Bölli. Der Meister im Streich- und Saiteninstrumentenbau unterrichtet die jeweiligen Schüler in den MUS-Klassen und arbeitet für den Geigenhersteller Bölli & Münzberg in Wien. „Das Handwerk kann man üben. Wichtig ist, dass bei den Lehrlingen die Motivation und der Wunsch zu lernen bestehen.“

Millimeterarbeit im Klavierbau

Für Monika Schwarz war klar war, dass sie nach der Matura „was mit Musik“ machen wollte. Sie lernt Klavierbau in der Bösendorfer-Klavierfabrik. Besonders gern verrichtet sie „die feinen Arbeiten. Zum Beispiel Mechanikeinstellen, Stimmen und Intonieren.“

Diese Millimeterarbeit gestaltet sich nicht immer einfach, „der Umgang mit Werkzeug war ungewohnt für mich, alles war so neu, aber sehr spannend“, erinnert sich Tamara Bruckner. Nach einem Arbeitsalltag in der Gastronomie begann sie eine Klavierbaulehre im Klavierhaus Langer in Klagenfurt. „Musik ist mein Hobby. Ich habe mich richtig entschieden.“ Sie möchte auch andere zu einer Instrumentenbaulehre motivieren. Menschen, die neue Musikinstrumente bauen oder alte restaurieren, sagt sie, tragen dazu bei, „die Musik in die Welt zu bringen“.

Die Ethik des Unerreichbaren

Beim Bauen, Stimmen und Festlegen zahlreicher Details sind für Adam McCartney „sowohl Fragen der Ästhetik als auch der Ethik“ von Bedeutung. Der aus Irland stammende Klavierbaulehrling hat bereits Komposition in Graz studiert. „Für den Beruf lernt man die objektive und statische Beschreibung eines dynamischen Phänomens – der Musik.“ Die Idee des reinen Stimmens ist für McCartney „eine abstrakte Idee, die nicht verwirklichbar ist. Die Kunst liegt im Ergebnis des Versuchs, etwas Unerreichbares zu erreichen.“ (Victoria Windtner, 9.11.2015)

Die Berufsschule für Holz, Klang, Farbe und Lack bildet in den Lehrberufen Klavier- und Cembalobau, Orgelbau, Harmonikamacher/-in, Blech- und Holzblasinstrumentenerzeugung und Streich- und Saiteninstrumentenbau aus. Organisiert wird der Unterricht in Lehrgängen zu je neun Wochen pro Lehrjahr. Bei den dreieinhalbjährigen Lehrberufen Klavier- und Orgelbau wird zusätzlich ein Lehrgang von vier Wochen abgehalten.

 

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http://text.derstandard.at/2000025015500/