Posts Tagged ‘Therapie’

Schlafstörungen: Erst Verhaltenstherapie, dann Medikamente

Schlafstörungen: Erst Verhaltenstherapie, dann Medikamente Die kognitive Verhaltenstherapie empfehlen US-amerikanische Ärzte als First-Line-Behandlung für erwachsene Patienten mit chronischen Schlafstörungen. Erst wenn die nicht-medikamentöse Therapie keinen Erfolg bringt, könnten Arzneimittel in Absprache mit dem Betroffenen und nach Aufklärung über Kosten, Nutzen und Risiken der Präparate ergänzend für kurze Zeit zum Einsatz kommen. Das halten die Experten des American College of Physicians (ACP) erstmals in einer Leitlinie fest, die jetzt im Fachjournal «Annals of Internal Medicine» erschien.
 
Aus Sicht von ACP-Präsident Dr. Wayne Riley haben die Wirkstoffe, die bei Schlafstörungen angewendet werden, schlichtweg zu viele Nebenwirkungen. «Obwohl es bislang keinen direkten Vergleich gibt, ist es sehr wahrscheinlich, dass die kognitive Verhaltenstherapie weniger schädlich ist als die medikamentöse Behandlung», sagte er. In der neuen Leitlinie erhält sie daher klar den Vorzug vor der Pharmakotherapie.
 
Das Konzept umfasst eine Vielzahl verschiedener Methoden wie etwa Schlafrestriktion, Aufklärung zur richtigen Schlafhygiene und die Stimulus-Kontroll-Technik. Die Patienten könnten sich in Einzel- und Gruppentherapien, telefon- und webbasierten Modulen oder mittels Selbsthilfebüchern schulen lassen, so die ACP-Spezialisten. «Medikamente sollten im Idealfall nicht länger als vier bis fünf Wochen angewendet werden. Anschließend sollte der Patient in der Lage sein, die Schlaflosigkeit mit den erlernten Fähigkeiten langfristig in den Griff zu bekommen», sagte Riley. Andernfalls müsse der Arzt andere, behandelbare Erkrankungen als Ursache für die Insomnie in Betracht ziehen. Das könnten etwa Depressionen, eine vergrößerte Prostata, der Missbrauch von Arznei- und Suchtmitteln, Schlafapnoe oder das Restless-Legs-Syndrom sein. 

Erstmalig veröffentlicht auf:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=63292

Seltene Umgehung der Arzneimittelbewertung

Berlin: (hib/PK) Die Bundesregierung will notfalls mit einer gesetzlichen Änderung verhindern, dass vermehrt neue Arzneimittel mit einem unklaren Nutzen auf den Markt kommen. Eine bestimmte Entwicklung in dieser Frage sei derzeit zwar noch nicht zu erkennen, die mögliche Problematik werde aber aufmerksam verfolgt, schreibt die Regierung in ihrer Antwort (18/2964) auf eine Kleine Anfrage (18/2733) der Fraktion Die Linke. Die Abgeordneten befürchten eine Umgehung der gesetzlich vorgeschriebenen frühen Nutzenbewertung neuer Arzneimittel.

Anfang 2011 war das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) in Kraft getreten, um die steigenden Arzneimittelpreise zu deckeln. Dem Gesetz zufolge bestimmt nun der Zusatznutzen eines Medikaments den Abgabepreis. Zuvor konnten Hersteller für neue Präparate hohe Preise verlangen, auch wenn ein zusätzlicher Nutzen nicht belegt war. Nun müssen die Hersteller bei der Marktzulassung ein Dossier vorlegen mit Nachweisen für einen Zusatznutzen gegenüber der herkömmlichen Therapie.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entscheidet dann, ob der Zusatznutzen gegeben ist. Auf dieser Grundlage führen der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) und der Hersteller die Preisverhandlungen. Hat das neue Medikament keinen Zusatznutzen, wird es einer Gruppe ähnlicher Präparate mit einem Festbetrag zugeordnet.

Legt der Hersteller den Nachweis nicht rechtzeitig oder vollständig vor, gilt der Zusatznutzen als nicht belegt. Hersteller können jedoch darauf verzichten, ein Dossier einzureichen und auf einen Erstattungsbetrag in der Größenordnung der Vergleichstherapie setzen. In dem Fall bleibt der Zusatznutzen unklar. Problematisch wäre dies, wenn das neue Präparat schlechter wäre als die Vergleichstherapie.

Nach Angaben der Regierung liegt die Beweislast für den Zusatznutzen eines Präparates beim Hersteller. Falls kein Dossier eingereicht werde, könne weder ein Zusatznutzen noch ein womöglich geringer Nutzen festgestellt werden. In der Regel strebten die pharmazeutischen Hersteller aber den Nachweis eines Zusatznutzens ihres Präparates an. Nur in zehn Fällen, die unter das AMNOG fallen, hätten Hersteller keine Unterlagen eingereicht, darunter seien vier Präparate bestehenden Festbetragsgruppen zugeordnet worden.

Für Arzneimittel ohne Dossier habe die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) seit 2011 rund 23 Millionen Euro ausgegeben. Auf Arzneimittel, die einer Festbetragsgruppe zugeordnet wurden, entfielen davon rund zehn Millionen Euro. Dem G-BA wurden den Angaben zufolge bislang außerdem in 39 Fällen unvollständige Unterlagen zu neuen Medikamenten übermittelt, in 31 Fällen sei das Dossier noch vervollständigt worden.

 

Zuerst veröffentlicht auf:

http://www.bundestag.de/presse/hib/2014_11/

Magersucht – Außen mager, innerlich dick

Für einen gesunden Menschen ist es nicht nachvollziehbar. Die Frau wirkt ausgemergelt. Ihre Augen liegen tief in den Höhlen, die Haut spannt sich über den Knochen. Sie selbst aber findet sich eher noch zu dick und möchte weiter abnehmen. Dünnsein sei schließlich attraktiv und im Trend. Kleidergröße 0 ist das Traumziel. (mehr …)

Interview: „Koloskopie bleibt Goldstandard für die Darmkrebsprävention“

Interview

Professor Markus Lerch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), betont den Stellenwert der Vorsorge-Koloskopie.

Das Interview führte Dr. Georg Ralle

Professor Dr. Markus Lerch

 

Seit 2003 Direktor der Klinik für Innere Medizin A der Universitätsmedizin Greifswald (mehr …)

Nachbehandlung einer Beugesehnennaht – was wiegt mehr: Patientenwuensche oder Behandlungserfordernisse?

Aus der Praxis der Norddeutschen Schlichtungsstelle

Nachbehandlung einer Beugesehnennaht – was wiegt mehr: Patientenwünsche oder Behandlungserfordernisse?

Kasuistik

Der 45-jährige Patient zog sich im Ausland eine Schnittverletzung am rechten Daumengrundglied mit Durchtrennung der Beugesehne des langen Beugers zu. Die Erstversorgung erfolgte durch eine Beugesehnennaht und Wundversorgung sowie die Anlage eines Schienenverbandes. (mehr …)

Nachbehandlung einer Beugesehnennaht – was wiegt mehr: Patientenwuensche oder Behandlungserfordernisse?

Aus der Praxis der Norddeutschen Schlichtungsstelle

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Computerspiele als Therapie: Level um Level

Es ist noch nicht so lange her, dass Udo Zizmann dachte, Computerspiele seien Zeitverschwendung und allenfalls etwas für Leute, die seine Enkel sein könnten. Heute räumt er auf dem Monitor, der vor ihm steht, Äpfel in den Einkaufswagen, oder er raspelt darauf mit monotonen Bewegungen Möhren. Zweifelsohne gibt es spannendere Spiele, doch Zizmann ist voller Konzentration bei der Sache. (mehr …)

Onkologie – Möglicher Therapie-Ansatz bei Lungenkrebs

Wien – Lungenkrebs ist weltweit die häufigste Ursache für Mortalität bei Krebs. In Österreich erkranken jährlich rund 4.000 Menschen an dieser Tumor-Art. Besonders problematisch ist die Entwicklung von Gehirnmetastasen in Verbindung mit dem Karzinom. Dafür gab es bisher – abgesehen von Operation oder Bestrahlung – keine Therapiemöglichkeit. Jetzt haben Forscher der MedUni Wien einen möglichen neuen Therapie-Ansatzpunkt identifiziert, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung. (mehr …)

Gendermedizin: Rosa Pillen, blaue Pillen

Die Patientin wurde mit Druck auf der Brust und Halsschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert. In der Notaufnahme der Uni-Klinik verschrieb man ihr Schmerztabletten und schickte sie zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Als die Rechtsanwaltsgehilfin wenige Tage später erneut mit Blaulicht ins Krankenhaus eingeliefert wurde, zeigte ein EKG: die Patientin, gerade mal 38 Jahre alt, hatte schon vor Wochen einen Herzinfarkt erlitten.

Kardiologin Vera Regitz-Zagrosek kennt viele solcher Fälle. Bei Patientinnen äußerten sich Symptome eines Herzinfarktes oft differenzierter als bei Männern. Manche klagen über Übelkeit, Schweißausbrüche oder Rückenschmerzen. Weil die Medizin eher ein männliches Neutrum im Blick habe, würden solche Anzeichen oft fehlgedeutet, zu Lasten vieler Patientinnen. „Aber auch Frauen selbst unterschätzen ihr Herzinfarktrisiko, wir brauchen mehr Aufklärung in dem Bereich“, so Regitz-Zagrosek. Die Kardiologin kann eine langjährige Laufbahn in einer klassischen Männerdisziplin an der Charité vorweisen. Heute leitet sie an der Charité das Institut für Geschlechterforschung in der Medizin (GiM). (mehr …)

Riskantes Experiment: Veränderte Immunzellen heilen Kind von Leukämie

Es ist eine Geschichte, von der viele Wissenschaftler träumen und die dann in Erfüllung geht, wenn sich die Mühen jahrelanger Forschung ausbezahlen – und wenn auch noch die ganze Welt davon erfährt. Für den Immunologen Carl June wurde dieser Moment jetzt wahr.

Auf der Jahrestagung der American Society of Hematology in Atlanta hat der Forscher von der University of Pennsylvania in Philadelphia am Montag dem Fachpublikum seinen neuesten medizinischen Fall vorgestellt, der nun als Sensation gefeiert wird: June und sein Team haben ein Mädchen geheilt, das an der Akuten Lymphatischen Leukämie (ALL), einer aggressiven Form von Blutkrebs litt, die heutzutage bei den meisten Betroffenen durch Chemotherapie gut heilbar ist. Bei dem siebenjährigen Mädchen aber schlug sie fehl – und es bestand kaum noch Hoffnung. (mehr …)